
16.01.2012
Am vergangenen Samstag war eine Delegation der medienpädagogischen "Netzgänger"-Tutoren unter der Leitung von StR Dr. Baumann, dem medienpädagogisch-informationstechnischen Beraters für die Gymnasien in Unterfranken auf Einladung der dortigen Schulleitung beim pädagogischen Tag des Egbert-Gymnasiums im Einsatz.
Im Rahmen dieses "Gastspiels" betreuten vier Teams, die jeweils mit einem/r Netzgänger-Tutor/in aus der Q12 und der Q11 besetzt waren (im Einsatz waren: Julian Schäff und Philipp Gagel, Anna Schwarz und Sarah Goetz, Patrick Angermann und Theresa Schuller sowie Jan Heusinger und Werner Semm), im Verbund mit den Lehrkräften vor Ort insgesamt 100 Münsterschwarzacher Schülerinnen und Schüler und 200 Eltern der Jahrgangsstufe 5. Nach einem Einführungsvortrag von Dr. Baumann boten die erfahrenen Tutorinnen und Tutoren Workshops zu den "Netzgänger"-Themenbereichen "Technik und Recht", "Digitale Spielewelten", "Soziale Netzwerke" und "Cybermobbing" an. Während ihre Kinder in den Workshops gewissermaßen die "Fahrschule" für einen selbst- und verantwortungsbewussten Umgang mit den Neuen Medien und den Sozialen Netzwerken besuchten und unsere Tutoren mit Fragen 'löcherten', diskutierten die Eltern in parallel laufenden Gesprächsrunden die Bedeutung von Facebook & Co. für unser privates und berufliches Leben und tauschten mit Dr. Baumann und untereinander ihre Erfahrungen zu diesem spannenden Themenfeld aus.
Die Veranstaltung schloss am frühen Nachmittag und OStD Scheller sowie StD Dr. Müller aus der Schulleitung des Egbert-Gymnasiums zogen als Veranstalter genauso wie die Referenten vom FRG ein sehr positives Fazit der Veranstaltung.
Die positiven Erfahrungen motivieren uns dazu, eine vergleichbare 'große' Elternveranstaltung auch im Umfeld der "Netzgänger"-Kampagnen am FRG anzubieten, um auch die Eltern - über den klassischen Elternabend hinaus - intensiver an die Möglichkeiten und Strategien des pädagogischen Umgangs mit den Neuen Medien heranzuführen. Details hierzu werden im nächsten Elternbrief bekanntgegeben.
Weitere Informationen zur Initiative "Netzgänger" - einem Gemeinschaftsprojekt der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, des Clavius-Gymnasiums Bamberg und des Friedrich-Rückert-Gymnasiums - finden Sie [hier].
12.05.2011
Am Donnerstag, 6.5. drehte ein Fernsehteam des BR einen Beitrag über das Gesellchaftsproblem "Cybermobbing" und wie die FRG-Schulfamilie zusammen mit der Uni Bamberg und dem Clavius-Gymnasium Bamberg im Rahmen der Netzgänger-Initiative diesem Problem begegnet bzw. es an der Wurzel packt.
11.02.2011
Zum zweiten Mal hat sich die Initiative "Netzgänger" - ein Kooperationsprojekt des FRG, des Clavius-Gymnasiums Bamberg sowie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 7 den kompetenten Umgang mit den neuen Medien zu vermitteln. Sogenannte Peers, also Schüler der Oberstufe, die zwar etwas älter als die Siebtklässer sind, damit aber doch noch näher an der Zielgruppe stehen, als Lehrer, Erzieher und Eltern, übernehmen im Rahmen eines Medienkompetenztutoriums den Unterricht in "Fächern" wie "Verantwortungsvoller Umgang mit Sozialen Netzwerken", "Cybermobbing - Wie kann man sich schützen und was kann man dagegen tun?", "Computerspiele - Faszination und Suchtgefahr", "Technik und Rechtsgrundlagen im Internet" und fördern die Unterstufenschüler als Tutoren bei der Verbesserung von deren Medienkompetenz.
Insgesamt 260 Schüler, 40 Tutoren, 20 Studierende und mehrere Lehrer halten sich zur Erreichung dieses Ziels noch bis 18. Februar in der Bildungsstätte der Frankenakademie auf Schloss Schney bei Lichtenfels auf. Dort stehen die geeigneten technischen und räumlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung.
Über die Veranstaltung berichtete bereits die Neue Presse, das bayerische Fernsehen und der Hörfunk von Bayern5.
Bereits jetzt ziehen die beiden Initiatoren OStR Roman Eberth vom CG Bamberg und StR Dr. Roland Baumann vom FRG ein positives Fazit der Veranstaltung. Eine Fortsetzung im kommenden Jahr ist fest geplant.
14.10.2010
Auch in diesem Schuljahr nehmen wir das Thema ?Jugendmedienschutz? am FRG wieder sehr ernst und vermitteln den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 7 im Rahmen eines dreitägigen ?Netzgänger?-Blockseminars (Termin: Februar 2011) in Kooperation mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und unter Mitarbeit speziell ausgebildeter Tutoren die nötigen Medienkompetenzen, so dass sie sicher, selbstbewusst, kritisch und kontrolliert mit der Vielfalt der medialen Angebote, die auf sie einströmen, umgehen und handeln können. Alle Eltern von Schülerinnen und Schülern, die entweder als Medientutoren gearbeitet haben oder in diesem Schuljahr arbeiten werden sowie die Eltern, deren Kinder 2009/2010 am Netzgänger-Tutorium teilgenommen haben, laden wir herzlich zu einer Reflektion dieses Bildungsangebotes ein: Am Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 19:00 Uhr findet das Abschluss- und gleichzeitig Auftaktsymposium unseres medienpädagogischen Projektes in der Aula der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt (Dominikanerbau, Sandstraße). Die Schirmherrschaft über das Projekt hat Staatssekretärin Melanie Huml übernommen. An diesem Abend werden wir das Projekt in einigen Vorträgen vorstellen und beleuchten, Ergebnisse der Arbeit zeigen, die Tutoren zu Wort kommen lassen und schließlich erste Ergebnisse der das Pilotprojekt begleitenden wissenschaftlichen Evaluation präsentieren. Es ergeht herzliche Einladung.
14.10.2010

Ob in Privatleben, Berufswelt oder Schule, digitale Medien sind längst allgegenwärtig. Daher wird auch die medienpädagogische Bildung unserer Schülerinnen und Schüler heute immer wichtiger, denn die Kinder sind zwar im Gebrauch von Computer und Internet oft technisch sehr versiert, zeigen sich jedoch weniger kompetent, was den verantwortungsvollen Umgang mit diesen vielseitigen Werkzeugen anbelangt. Wie wir alle wissen, lauern hier allerdings leider durchaus ernst zu nehmende Gefahren wie Computerspielsucht, Belästigung in Chatrooms oder durch Cyber-Mobbing. Auch weiß über die rechtliche Situation bei der Nutzung von Daten aus dem Internet kaum jemand wirklich Bescheid.
Daher spricht der Schweizer Medienpsychologe Beat Doebeli Honegger in Abwandlung des Schlagworts der ?digital natives?, also der Generation der in einer digitalisierten Welt aufgewachsenen Jugendlichen, von den ?digital naives?, den Naiven (oft Älteren) im Umgang mit diesen neuen Medien. Aber auch bei den Jugendlichen trifft häufig "Nativity" - im technischen Umgang mit den neuen Medienwerkzeugen - auf "naiveness" - im Umgang mit dem dadurch entstehenden sozialen Handeln und der Verantwortung dafür.
Es besteht also dringender Handlungsbedarf auch von Seiten der Schule, wenn wir die Kinder und Jugendlichen mit den Problemen dieser komplexen Welt nicht alleine lassen wollen. Im Rahmen des Fachunterrichts kann auf diese Bereiche aber meist nur unzureichend eingegangen werden.
Daher haben wir am FRG im vergangenen Schuljahr die Initiative ?Netzgänger? gestartet, deren Ziel es ist, für Schülerinnen und Schüler der Unterstufe ein medienpädagogisches Schulungsangebot auszuarbeiten. Hierbei sollen diese aber nicht von Lehrern, sondern von älteren Mitschülern unterrichtet werden, um die Vorbildfunktion dieser als medientechnisch kompetent wahrgenommenen ?Peers? (Schülerinnen und Schüler die maximal drei bis vier Jahre älter sind) für die Förderung der Medienkompetenz bei den Jüngeren gezielt nutzen zu können. So arbeiteten seit Beginn dieses Schuljahres Schülerinnen und Schüler des Profilfaches 'Medienkunde' in der Qualifikationsstufe 11 zusammen mit ihrem Lehrer, dem medienpädagogisch-informationstechnischen Berater für die Gymnasien in Unterfranken (MIB) StR Dr. Roland Baumann und in Kooperation mit Studierenden der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und mit Schülern der 11. Jahrgangsstufe des Clavius-Gymnasiums Bamberg an einem Tutorium, das im Juni und Juli in unseren 7. Klassen zum Einsatz kam und dabei gleichzeitig auf seine Wirksamkeit hin wissenschaftlich überprüft wurde.
Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist es, dass die Unterstufenschüler nicht nur im Klassenzimmer eine 45-minütige Kurzeinführung zu medienpädagogischen Themen bekamen, sondern sich unter Anleitung der Peers an einem außerschulischen Lernort eine zeitlang sehr intensiv mit vier ausgewählten Problembereichen auseinandersetzen. Im Pilotprojekt erprobten dieses Tutorium heuer zunächst zwei unserer siebten Klassen zusammen mit zwei Klassen des CG Bamberg und deren Peer-Tutoren, angeleitet durch OStR Roman Eberth, der das Kooperationsprojekt als MIB für den Bereich Oberfranken leitet. Sie hielten sich dazu je zweieinhalb Tage in der Frankenakademie auf Schloss Schney bei Lichtenfels auf, um dort die vier Themenbereiche
Modul I: Computerspielen ? ein unwiderstehliches Verlangen?
Modul II: Verantwortungsvolles Verhalten im sozialen Netzwerk
Modul III: Cyber-Mobbing ? Vorbeugung und Schutz
Modul IV: Technische und rechtliche Fragen im Internet
zu bearbeiten.
Natürlich saß man hier nicht die ganze Zeit nur am Computer, ganz im Gegenteil: Nachdem man sich in den Kleingruppen zunächst etwas kennengelernt hatte, wurden in Modul I sog. Avatare, virtuelle Figuren aus Computerspielen mit phantastischen Fähigkeiten beschrieben und gezeichnet, es wurden in der Woche zuvor bereits geführte Aufzeichnungen der Schüler über ihre Mediennutzungsgewohnheiten im Gespräch verglichen und über mögliche Anzeichen von Computerspielsucht diskutiert.
Ausgehend von konkreten Beispielen stellten die Siebtklässler in Modul II Fragen und erarbeiteten praktische Regeln für das Verhalten in sozialen Netzwerken wie SchülerVZ oder Facebook: Wie gehe ich in virtuellen Gruppen mit privaten Daten um? Welche Bilder darf ich in Gruppen posten? Welche Angaben kann jeder im SchülerVZ von mir sehen? ...
Gemeinsam mit den Tutoren definierte man in Modul III den Begriff ?Cyber-Mobbing?, schlüpfte im Rollenspiel abwechselnd in die Rolle des Täters und die des Opfers und lernte begreifen, welche Folgen solch eine Bloßstellung, Belästigung oder Bedrohung anderer hat, die im Netz so leicht zu bewerkstelligen ist und wohl auch deshalb unter Jugendlichen immer häufiger vorkommt.
In Modul IV lernten die Schülerinnen und Schüler an anschaulichen Materialien, was das Internet eigentlich ist und wie es funktioniert. An geeigneten Fallbeispielen wurde schließlich geklärt, welche gesetzlichen Regeln z.B. für den Download der eigenen Lieblingsmusik gelten, ob man das ausgearbeitete Referat aus dem Internet einfach kopieren darf oder welche rechtlichen Konsequenzen drohen, wenn man in Filesharing-Systemen unerlaubter Weise Filme anbietet, für die man keine Rechte besitzt.
Neben dieser Menge an ?Unterrichtsstoff? kam aber auch das Freizeitvergnügen nicht zu kurz, man spielte Basket-, Fußball und Kicker gegen die ?Großen?, erkundete das Gelände um Schloss Schney, verfolgte gemeinsam und unter großem Fanjubel am 23. Juni das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana und stärkte sich in den Pausen am reichhaltigen Speisenangebot der ausgezeichneten Küche in der Bildungsstätte.
Die anderen drei Klassen der siebten Jahrgangsstufe absolvierten das Tutorium in der Woche von 19. bis 23. Juli in der Schule. Auch hier übernahmen die Peers die Arbeit mit den Schülern. Die Lehrer hielten sich eher im Hintergrund, standen aber mit Rat und Tat zur Seite und staunten immer wieder über die pädagogischen Fähigkeiten unserer 11.-Klässler, die in diesem Projekt sicher nicht weniger gelernt haben als die ?Kleinen?.
Die ersten Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation unserer Präventionsmaßnahme lassen bereits überaus positive Effekte erkennen und wir hoffen, dass die ?Netzgänger?-Initiative auf der Basis des diesjährigen erfolgreichen Projektverlaufs ab dem nächsten Schuljahr als feste Einrichtung für die gesamte siebte Jahrgangsstufe des Friedrich-Rückert-Gymnasiums etabliert werden kann. Ob dann alle Klassen nach Schloss Schney fahren dürfen, hängt natürlich von den Kapazitäten der Frankenakademie und von der Finanzierbarkeit ab.