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Eine (unvergessliche?) Reise in ein märchenhaftes, exotisches Land beginnt…

Im Rahmen des Deutsch-Indischen Klassenzimmers, einer von Robert-Bosch und dem Goethe-Institut Max Mueller Bhavan geförderten einjährigen Zusammenarbeit zwischen einer deutschen und einer indischen Schule, traten am 22. Oktober 2015 17 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe des Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern, begleitet von ihren Lehrern Frau Reiher und Herrn Wolf, die über 6.000 km lange Reise nach Ghaziabad, Indien an. Sie freuten sich nicht nur darauf, ihre Austauschpartner von der Delhi Public School Ghaziabad wiederzusehen, die im Juni/Juli dieses Jahres bereits zwei Wochen in Deutschland verbracht hatten, sondern auch darauf, das Land und seine Kultur näher kennenzulernen.

Neben dem Besuch des dortigen Unterrichts und der durch Universitätsbesuche gestützten Arbeit am Projektthema „Nanotechnologie und Bionik in der Industrie und im Alltag“ waren es vor allem das Leben in den Gastfamilien und die Ausflüge durch Rajasthan, was beeindruckend war.

Im 30 Grad warmen Indien angekommen, waren die ersten Unterschiede gleich offensichtlich: Das Leben auf und an der Straße unterschied sich deutlich von Zuhause. Meist bunt gekleidete Menschen und Straßenverkäufer am Straßenrand, der mit Abfall und Müll überdeckt war und z.T. vor sich hin abbrannte. Dazwischen entdeckte man immer wieder streunernde Kühe und Hunde. Der Staub und die nicht immer angenehmen Gerüche in der Luft ergänzten das Gesamtbild. Auf den Straßen drückte eine lärmende Schar an unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln aneinander vorbei, wobei die motorisierten Gefährten ständig am Hupen waren. Ein überraschend gut funktionierendes Verkehrschaos. Die Mischung aus Armut – eine neue Bremse kostet Geld – und Fatalismus – die Götter werden es schon richten – verführt zu gefährlichen Manövern auf Schlaglöchern übersäten Straßen. Darüber hinaus sind nicht alle Verkehrsteilnehmer in der Lage, geschweige denn willens, sich an Regeln zu halten – Kühe und Kamele allemal nicht. Dabei ist das Regelwerk durchaus einfach: Der Größere hat recht. Alle anderen Verkehrsregeln sind bestenfalls als Handlungsvorschlag zu werten, genauso wie die irrige Annahme, jeder habe (vor allem im Dunkeln) seine eigene Fahrspur zu nutzen oder das Licht einzuschalten.

Indien ist ein Land, dessen Geschichte Jahrtausende zurück reicht. Viele verschiedene Völker und Völkergruppen lebten und leben in dem Land, in dem auch unterschiedliche Religionen nebeneinander existieren. Diese Religionen haben sich über die viele, viele Jahre ihre Bedeutung bewahrt und grandiose Bauwerke, beeindruckende Tempel, Moscheen und prunkvolle Mahajara-Paläste, die es auf Ausflügen nach Delhi, Jaipur, Agra und in das Himalayagebirge (nach z.T. stundenlanger strapaziösen Busfahrt) zu bewundern galt.

So zieren im Palast der Winde 953 kleine, kunstvoll gestaltete Gitterfenster die bombastische Fassade, hinter denen die Frauen des Hofes das Treiben auf der Straße verfolgen konnten.

Die mittelalterliche Festigungsanlage Fort Amber, der Königspalast der Kachchwaha-Dynastie, die sich in dem darunter gelegenen See spiegelt, imponiert mit seiner langen Befestigungsmauer und seinen herrlichen Gärten. Allein im Sheesh Mahal, dem Spiegelpalast, füllen so viele Spiegel die Wand- und Deckenornamente, dass eine einzige Lampe ausreicht, den ganzen Saal mit Licht zu füllen.

„Bau mir das schönste Grabmal der Welt“, bat einst die sterbende Lieblingsfrau Mumtaz Mahal ihre große Liebe im Wochenbett des 14. Kindes. Der Großmogul Shah Jahan versprach es und schuf ihr zu Ehren das großartigste Bauwerk der Menschheit – das beeindruckende Taj Mahal.

Unbekannte Traditionen und Feste, andere Religionen, ungewohnte und oft scharfe Gerichte zeigten, dass Indien vielseitig und bunt ist. Die große Herzlichkeit der indischen Gastfamilien half den Schülern dabei, mit allem Neuen umzugehen, und machte den Austausch zu einem kurzweiligen Erlebnis.

Zuhause in Ebern angekommen, fängt die Zeit an, all die vielen außergewöhnlichen Eindrücke zu verarbeiten und sie Freunden und Familien weiter zu erzählen. Eine Reise, die so manch einen reifer und weltoffener werden ließ. Unvergesslich! 

 

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Zeitungsartikel zum Indienaustausch

Das FRG in Indien - 2015

Ganz aktuell erreicht dieses Bild unserer Schülergruppe aus Indien. Der von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützte Austausch findet großen Anklang bei den Schülerinnen und Schülern. Neben kulturellen Eindrücken und Freundschaften mit indischen Schülern steht natürlich auch Arbeit an. Bionics und Nanotechnologie stehen bei dem Projekt im Vordergrund. Begleitet wird unsere Gruppe von den Kollegen Frau Reiher und Herrn Wolf.

Besuch aus Indien in Ebern 2015

Vom 23.6. bis zum 7.7.2015 sind unsere Gäste aus Indien zu Besuch in Ebern. Hier finden Sie alle Informationen und Bilder zum bisherigen Aufenthalt.

Austausch mit Indien (gefördert durch die Robert-Bosch-Stiftung).
Besuch an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Coburg.

Incredible India

 

Andere Gerüche, andere Farben, fremde Sprachen, Menschen anderer Hautfarbe, eine andere Mimik und Gestiken - eine Vielzahl neuer Eindrücke wurde den Teilnehmern des Projekts "Deutsch-Indisches Klassenzimmer" direkt am Flughafen in Delhi geboten. Den Schülern war das Erstaunen, zum Teil auch eine gewisse Einschüchterung sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben. Die Fahrt vom Flughafen zur Delhi Public School Ghaziabad stellte sich als Abenteuer heraus. Dass Indiens Städte einen dichten Verkehr aufweisen, war wohl den meisten Teilnehmern bereits bekannt. Das Chaos und die Lautstärke der unendlichen Autos, Rikschas, Motorräder, Busse und Fahrräder mitzuerleben, stellte allerdings eine kaum fassbare Erfahrung dar. Typisch für das Land wurde die deutsche Gruppe äußerst gastfreundlich an der Schule von den Eltern und den beiden verantwortlichen Lehrerinnen Geeta und Kala empfangen.

Nachdem der nächste Tag in der Schule zur Besprechung des Ablaufs des Besuchs genutzt wurde, führte der dritte Tag die deutsche Gruppe gemeinsam mit den indischen Gastgebern zu einer Reise "nahe gelegener" Attraktionen, wobei bei der indischen Verkehrssituation 200 km durchaus zu einer sechsstündigen Fahrt werden können. Zum Glück gab es aber auf der Fahrt vieles zu bestaunen, von Händlern, über Kühe auf der Straße, bis hin zu riesigen Müllbergen am Wegesrand. Wir fuhren nach Agra, wo wir zunächst das Agra Fort und anschließend das Weltwunder Taj Mahal besuchten. Das "Daj", wie es die Einheimischen nennen, wurde von einem muslimischen Herrscher für seine "Lieblingsfrau" als Ruhestätte nach dem Tod erbaut. Allerdings kamen wir an diesen touristisch geprägten Orten gleich mit einer Vielzahl bettelnder Kinder in Berührung, was einige Schüler an den berühmten Film "Slumdog Millionaire" erinnerte. Das Hotel am Abend entpuppte sich als eines der Highlights der Reise. Es bot verschiedene kulturelle Angebote, wie Tanzen, eine Zaubershow oder das Reiten auf Kamelen und Elefanten. Am darauffolgenden Tag besuchten wir Jaipur, dessen Altstadt zum Teil aus rosafarbenem Sandstein erbaut wurde und deshalb als Pink City bezeichnet wird. Hier begeisterte vor allem ein Geschäft mit einer erstaunlichen Auswahl an Stoffen und Saris (traditionelle weibliche Bekleidung) die deutschen Reisenden, wobei diese zur Freude des Ladenbesitzers eine Menge konsumierten. Am vierten Tag besichtigten wir in Delhi den Akshardam-Tempel, der von den Anhängern einer religiösen Minderheit finanziert wurde. Dieser Tempel, der erst vor fünf Jahren fertiggestellt wurde, löste bei vielen Reisenden aufgrund seiner Größe und Schönheit noch größere Bewunderung aus als das bekanntere Taj Mahal. Vor dem Besuch des Tempels durchliefen wir verschiedene Präsentationen (Puppenspiel, Kinoverfilmung), in denen die Lehren dieser Religion dargestellt wurden.

Die nächsten Tage waren geprägt von der Projektzusammenarbeit zwischen den indischen und den deutschen Schülern. Es bildeten sich mehrere Gruppen, die sich mit den verschiedenen Facetten des Themas "Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien sowie deren geselschaftliche Akzeptanz vor Ort" beschäftigten. Zudem sollten sich die deutschen Schüler einen indischen Tanz und Song aneignen sowie den indischen Partnern einen deutschen Tanz und ein deutsches Lied beibringen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten überzeugten der deutsche Chor und die Tanzgruppe am Abschlussabend durch einen tollen Auftritt. Im Zusammenhang mit dem bestehenden Projektthema besuchten wir den Energieminister für die Region Neu-Delhi, wobei die indischen und deutschen Schüler gezielte Fragen zum Thema erneuerbare Energien vorbereitet hatten. Der Minister berichtete u.a. von seiner engen Zusammenarbeit mit dem deutschen Wirtschaftsministerium im Bereich Innovationen bei erneuerbaren Energien. Zudem wurde uns eine Führung durch eine Fabrik ermöglicht, die Solarmodule v.a. für den deutschen Markt produziert.

Täglich gegen etwa drei Uhr konnten die deutschen Schüler mit ihren indischen Gastgebern die Schule verlassen, um in den Familien das indische Essen, die Bräuche, die Regeln des Zusammenlebens und die Denkweisen der Menschen kennen zu lernen. An den Nachmittagen und Abenden boten die indischen Familien den deutschen Gästen verschiedene Unternehmungen an und stellten sich dabei als tolle Gastgeber heraus, deren Herzlichkeit wirklich bewundernswert ist.

Der Abschlussabend fand zusammen mit allen Eltern, Schülern und beteiligten Lehrern in der Schule statt. Ein besonderer Gast war Frau Elisabeth Singh, die im Auftrag des Goethe-Instituts die Ergebnisse der gemeinsamen Projektarbeit begutachtete. Das Programm des Abends bestand aus einer ausführlichen Präsentation der deutschen Schüler bezüglich ihrer Heimat, einer Gesangs- und Tanzvorstellung der deutschen und indischen Partner sowie aus einem Überblick über die bedeutendsten erneuerbaren Energien in Ebern und Delhi. Ein Buffet im Garten der Schule rundete den gelungenen Abend ab.

In der Nacht des 09. November brachen wir nach einer herzlichen und zum Teil tränenreichen Verabschiedung durch die indischen Gastgeber in Richtung Ebern auf. Viele Schüler werden aber sicherlich eines Tages nach Indien zurückkehren.

Das FRG absolviert Auswahlverfahren der Robert-Bosch-Stiftung erfolgreich

Das FRG wurde nach erfolgreicher Bewerbung von der Robert-Bosch-Stiftung für das Projekt "Deutsch-Indisches Klassenzimmer" ausgewählt. Das Projekt beinhaltet einen 10-monatigen Wahlkurs sowie ein Austauschprogramm zwischen dem FRG und der indischen Partnerschule in Ghaziabad (Delhi). Die Robert-Bosch-Stiftung fördert 20 SchülerInnen, die im Zuge des Projekts die Partnerschule in Ghaziabad besuchen werden, mit einem Beitrag von 500 Euro pro Schüler.

Der Wahlkurs findet im Rahmen einer Unterrichtsstunde pro Woche statt und beschäftigt sich mit dem Thema "Technische Innovationen im Bereich Energiewirtschaft sowie deren gesellschaftliche Akzeptanz vor Ort".