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Gerichtsbesuch der WR-Kurse der Q11

Am Freitag hatten die Schüler der zwei Wirtschaft- und Recht- Kurse der elften Jahrgangsstufe des Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern die Chance, das im Unterricht Gelernte in der Praxis zu sehen. Die beiden Kurse besuchten mit ihren Lehrern, Simone Witko und Udo Fleischmann, das Amtsgericht Bamberg, um dort eine der öffentlichen Gerichtsverhandlungen zu verfolgen.

Der Staatsanwalt erklärte den Klassen zu Beginn, dass die Gerichtsverhandlung wohl nicht gerade eine der spannendsten werden würde, doch die Schüler, die mehr das Verfahren an sich und die Arbeit von Staatsanwalt, Richter und Verteidigung interessierte als der zu behandelnde Fall, empfanden das anders.
Außerdem warb der Jurist noch etwas für die verschiedenen Berufs- und Karrieremöglichkeiten, die es im Gericht gibt. "Es sind sichere Jobs und man bekommt ein gutes Gehalt", so der Staatsanwalt. Die Protokollführerin konnte das bestätigen.
Als die Personalien des Angeklagten überprüft wurden und die Situation erläutert wurde, die ihn auf die Anklagebank gebracht hatte, erfuhren die Kurse, dass es sich um einen Verkauf von Abonnements ohne die erforderliche Reisegewerbekarte handelte.
Der Rentner behauptete allerdings, nur der Fahrer der Gruppe gewesen zu sein. Der Staatsanwalt und der Richter mussten nun entscheiden, ob sie dem Angeklagten glauben sollen und welche Strafe angebracht wäre. Letztendlich verhängte das Gericht eine der Rente angemessene Geldstrafe.

Im Anschluss an das Verfahren erklärte der Richter den neugierigen Schülern noch etwas mehr zur Verhandlung und betonte die Wichtigkeit, die Wahrheit zu sagen - sowohl als Zeuge als auch als Angeklagter. "Lügen geht gar nicht", beteuerte der Richter.
Auch er informierte die Kurse über die guten und vielfältigen Jobchancen am Gericht. Dabei stellte er auch kurz den Beruf des Rechtspflegers vor, der nach den jeweiligen Rechtsordnungen vielfältige Aufgaben bei Gericht sowie bei der Staatsanwaltschaft wahrnimmt.
Danach hatten die Jugendlichen noch die Möglichkeit, dem Richter Fragen zu stellen, was viel genutzt wurde. Dabei wurde zum Beispiel die Frage geklärt, warum Gerichtsverhandlungen meist öffentlich abgehandelt werden. So soll die Beteiligung der Öffentlichkeit die Kontrolle der gerichtlichen Tätigkeit gewährleisten.
Insgesamt war es für die Schüler ein spannender und interessanter Vormittag im Amtsgericht Bamberg, bei dem sie viel lernen konnten.

Text: Jule Müller