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Junge Dialektforscher lieferten eindrucksvolle Ergebnisse - Das Dialektforschungsprojekt der Klasse 8c

Das Forschungsteam - Die Klasse 8c des FRG

 

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c beschäftigten sich im Deutschunterricht im Lernbereich Sprachbetrachtung mit der Sprache ihres Heimatraumes in regionaler Perspektive und untersuchten Vorkommen und Bewertung der Dialekte in der näheren bzw. auch weiteren Region um Ebern herum.

Der Forschungsprozess

Nach einer Einführung in die Thematik mithilfe von Arbeitsmaterialien des Unterfränkischen Dialekt-
instituts
der Julius-Maximilians-Universität Würzburg erarbeiteten sich die Lernenden eine Definition des Fachbegriffs "Dialekt" bzw. "Mundart". Derzufolge konnten als Merkmale der Sprachvarietät Dialekt festgestellt werden, dass der Basisdialekt vorwiegend ein Phänomen der gesprochenen und nicht der geschriebenen Sprache darstellt, dass er relativ kleinräumig vorkommt, dass also im nächsten Ort teilweise bereits wieder unterschiedliche, Laute, Formen und Wörter benutzt werden, dass er eher von älteren als von jüngeren Menschen gesprochen wird, dass er teilweise eigene Grammatikregeln etabliert hat und dass in den Dialekten zum Teil historisches Sprachmaterial aus früheren Entwicklungsstufen der deutschen Sprache erhalten geblieben sind, so zum Beispiel aus dem Mittelhochdeutschen, der Sprache des hohen und späten Mittelalters.

Der Fragebogen - mit passenden Fragen zur Dialektsituation in der Region

Zusammen mit Deutschlehrer Roland Baumann entwickelten die jungen Dialektforscher einen Fragebogen, mit dem sie Interviews mit geeigneten Gewährspersonen in mehr als 20 Erhebungsorten durchführten.

Die Interviewpartner, in der Regel ältere Menschen, die den Basisdialekt des jeweiligen Ortes noch gut beherrschen, wurden in den Osterferien von den jungen Feldforscherinnen und -forschern besucht und befragt.

Die Antworten auf Fragen wie etwa "Wie lautet in Ihrem Dialekt die Bezeichnung für die einrädrige Handkarre, mit der man auf dem Bauernhof oder im Garten Erde, Dünger, Grasschnitt o.ä. transportieren kann?" oder auf 'Übersetzungsfragen' wie z.B. "Dürfen wir das machen?" schrieben die Schülerinnen und Schüler nach Gehör auf und benutzten dafür das sog. Mundartdichterdeutsch, welches von standardisierter Rechtschreibung abweicht und versucht mit dem Buchstabeninventar der deutschen Sprache die gehörten dialektalen Lautungen abzubilden. Die Fragesätze waren so konzipiert worden, dass entweder bestimmte Wörter (Radbere, Schubkarre) oder bestimmte Formen und Lautstände als Antworten erwartet werden konnten (Stammvokal von "dürfen" als 'e' oder 'ü', Auslautsilbe von 'dürfen' erhalten oder ausgefallen).

Zusätzlich sollten die Gewährspersonen noch Angaben dazu machen, wie sie den Gebrauch von Dialekt in unterschiedlichen Kommunikationssituationen bewerten.

Die Präsentation der Forschungsergebnisse

Die Grundkarte - Basis für die Kartierung der Befragungsergebnisse

Nach erfolgter Feldforschung machte sich das Forschungsteam im Deutschunterricht an die Auswertung der Ergebnisse.

Die Befunde, die sich auf den Fragebögen zu einzelnen Fragestellungen ergaben, wurden in Form von Sprachkarten dargestellt, welche nachstehend zum ersten Mal veröffentlicht werden. Hierfür verwendeten die Lernenden geeignete Software, und wendeten Kenntnisse aus der Geographie bei der Erstellung der Karten an.

Die Ergebnisse der 'Einschätzungsfragen' wurden in eine Tabellenkalkulation eingegeben und als Diagramme aufbereitet (Zu den Diagrammen >>)

Jeweils in Zweierteams stellten die Schülerinnen und Schüler dann ausgewählte Ergebniskarten im Unterricht vor und verfassten Texte zur Kommentierung der von ihnen gezeichneten Karte und deren Legende.

Die Forschungsergebnisse zeigten die bereits aus der wissenschaftlichen Literatur bekannten Sprachgrenzen in der Region auf, wie etwa die sog. "Nebel-Nabel"-Linie, die einen Vokalwechsel von 'a' über ä' zu 'e' an der Grenze vom Unter- zum Oberostfränkischen markiert.

Die Karten inkl. Erklärung werden nachstehend auf der Schulhomepage veröffentlicht, eine Stellwandpublikat ion in der Aula des FRG ist in Arbeit.


Zu den Forschungsergebnissen >>